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Ankündigung: Schrittweise Einstellung von Loose-Fill-Füllmaterialien

1. September 2026

Pratteln, 01.09.2026

Ausgangslage

Loose-Fill-Materialien (Verpackungschips aus EPS/Styropor oder biobasierten Stärken) gehörten jahrzehntelang zum Standard für den Hohlraumschutz im Versandhandel. Die veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen durch die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR) ab August 2026, gestiegene Anforderungen an Nachhaltigkeit sowie die Lager- und Prozesslogistik machen dieses Produkt im heutigen Verpackungsmarkt jedoch zunehmend ineffizient und rechtlich riskant.

Die PRODINGER Verpackung AG hat sich daher entschieden, Loose-Fill-Materialien schrittweise aus dem Sortiment zu nehmen und Kunden proaktiv auf zukunftsfestere Alternativen umzustellen.

Die Hauptgründe für den Ausstieg

A. Der rechtliche Druck: Das PPWR-Leerraumverbot

Die neue EU-Verpackungsverordnung (Verordnung (EU) 2025/40) verbietet ab August 2026 unnötige Hohlräume beim Warenversand. Der maximale Leerraumanteil darf in der Regel höchstens 50 % betragen.

  • Das Problem bei Loose-Fill: Verpackungschips sind konstruktionsbedingt darauf ausgelegt, grosse Kartonagen zu wählen und diese mit losem Material „aufzufüllen“.
  • Das Risiko für Kunden: Bei Kontrollen im EU-Raum drohen Abmahnungen oder hohe Bussen, wenn Verpackungen als überdimensioniert eingestuft werden. Durch den Verzicht auf Loose-Fill kann der Verpackungsprozess zu volumenoptimierten Lösungen erreicht werden.

B. Ineffizienz in Transport und Lagerung (Die „Logistik-Falle“)

Loose-Fill-Materialien bestehen zu fast 99 % aus Luft, nehmen aber im Lager und im Frachtraum enorm viel physischen Raum ein.

  • Lagerplatzverschwendung: Ein einziger Sack Verpackungschips blockiert wertvolle Lagerfläche, die für verkaufsfertige Ware genutzt werden könnte.
  • CO₂-Fussabdruck beim Transport: Der Transport von Loose-Fill-Säcken zum Kunden ist logistischer Nonsens, da LKWs tonnenweise „Luft“ durch die Schweiz fahren. Dies widerspricht jeder Nachhaltigkeitsstrategie.

C. Mangelnde Kreislauffähigkeit und Akzeptanz beim Endverbraucher

Obwohl Stärke-Chips als kompostierbar gelten, führen sie beim Endkonsumenten oft zu Verwirrung.

  • Entsorgungs-Frust: EPS-Chips (Styropor) fliegen beim Auspacken elektrostatisch geladen durch den Raum und sind im Hausmüll nur schwer zu bändigen.
  • Verwechslungsgefahr: Biologisch abbaubare Chips landen aus Unwissenheit oft im Plastik-Recycling (Sack-Gebühr) oder im Papiermüll, was den dortigen Recyclingprozess stört. Die PPWR fordert jedoch eine klare, unmissverständliche Sortenreinheit („Design for Recycling“).

3. Der schrittweise Fahrplan (Phasing-Out)

Der Ausstieg erfolgt fliessend, um Lieferengpässe bei unseren Kunden gänzlich auszuschliessen:

  • Phase 1 (Sofort): Keine aktive Neukundenakquise mehr für Loose-Fill-Produkte.
  • Phase 2 (Bis Ende 2026): Proaktive Beratung der Bestandskunden durch den PRODINGER-Aussendienst. Durchführung von kostenlosen Verpackungs-Audits zur Umstellung auf Alternativen.
  • Phase 3 (Frühjahr 2027): Endgültiger Verkaufsstopp und Streichung aus dem Angebot.

4. Die zukunftsfesteren PRODINGER-Alternativen

Kunden, die bisher Loose-Fill nutzen, profitieren beim Umstieg von deutlichen Prozessvorteilen:

  • Papierpolstersysteme (On-Demand): Papier wird erst direkt am Packtisch per Maschine in die nötige Polsterform gecrimpt. Vorteil: Extrem hohe Schutzwirkung, vollständig recyclingfähig im Altpapier und massive Platzersparnis im Lager (1 Rolle Papier ersetzt teilweise bis zu 15 Säcke Loose-Fill).
  • Luftkissensysteme: Flach angelieferte Folienrollen werden erst bei Bedarf mit Luft befüllt. Vorteil: Minimales Eigengewicht, sehr sauber im Packprozess und gut recycelbar/kreislauffähig (bei PE-Monofolie).
  • Volumenoptimierte Kartonagen: Der Wechsel auf Kartons mit variabler Füllhöhe oder automatischen Höhenrillen macht Hohlraumfüller in vielen Fällen komplett überflüssig und sichert die PPWR-Konformität ab.

5. Fazit

Die Abschaffung von Loose-Fill ist kein Rückschritt im Sortiment, sondern eine Qualitätsoffensive. Wir begleiten unsere Kunden in Ihren Nachhaltigkeitszielen und bei den strengen Regularien der PPWR, senken deren Lagerkosten und verbessern das Auspackerlebnis beim Endkunden.

Melden Sie sich bei uns, wenn Sie Unterstützung benötigen:

+41 61 335 90 00
service@prodinger.ch

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